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Integrative Schulung 2.0

Der folgende Text erschien in der Zeitschrift "grün." des Grünen Bündnisses, Stadt Bern Ausgabe 29, Okt. 2017.

Volksschule in Zeiten der Sparpolitik

An der Volksschule im Kanton Bern lässt sich die Widersprüchlichkeit der langjährigen bürgerlichen Austeritätspolitik bestens illustrieren: Immer mehr Aufgaben sollen zu einem immer tieferen Preis erfüllt werden.

Das Paradebeispiel ist die Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in die Regelklassen. Sie ist aus pädagogischen und sozialen Gründen sehr zu begrüssen, denn die Kinder können in gemischten Klassen viel voneinander lernen. Aber gerade bei der Integration wird gespart: Es stehen viel zu wenige Zusatzlektionen zur Verfügung, um den Lehrpersonen zu helfen, die massiv höhere Komplexität in der Klasse zu bewältigen. Diese müssen seither einfach mehr stemmen. Arbeitszufriedenheit und Gesundheit leiden.

Mehr Mittel für den Einsatz von Heilpädagog_innen (integrierte Förderung) wären nötig, denn erst damit können die Vorteile der Integration voll genutzt und die Kinder optimal gefördert werden. Nun will der Kanton hier aber noch mehr einsparen.

Das Betreuungsverhältnis von Lehrpersonen zu Schulkindern wurde auch durch die Vergrösserung der Klassen verschlechtert. Trotzdem sind die Löhne der Lehrpersonen vom Kindergarten bis zur 6. Klasse weiterhin fast nirgendwo in der Schweiz niedriger als im Kanton Bern. Immerhin konnten die Kindergärtner_innen kürzlich lohnmässig mit den Lehrer_innen auf der Primarstufe gleichgestellt werden. Vorher verdienten sie noch weniger.

Die ungenügenden Betreuungsverhältnisse setzen sich bis auf der Leitungsebene fort: Ein_e Schulleiter_in führt heute oft mehrere Dutzend Lehrer_innen. An eine fördernde und unterstützende Führung im engeren Sinn ist da eigentlich nicht zu denken.

Markus Heinzer, Vizepräsident GB

Kommentar:

Die Volksschule ist eine so riesige Institution, dass es scheint, hie und da sei ein Budgetschnitt verkraftbar. Mit sinkenden Betreuungsverhältnissen werden die Kinder aber schlechter gefördert. Um diesen negativen Trend aufzuhalten, braucht es mehr Mittel für integrierte Förderung und Klassenhilfen, mehr Stellenprozente für Schulleitungen und insgesamt höhere Löhne für die Lehrpersonen.